Golden Globes 2009

5nw20k3r.jpgSo zufrieden mit der Verleihung der Golden Globes war ich noch nie!

Heath Ledgers posthume Auszeichnung für seine legendäre Joker-Performance in “The Dark Knight” (bereits auf DVD erhältlich) war eigentlich Pflicht und von mir schon nach dem ersten Sehen in Bezug auf die Oscars gewünscht bzw. gefordert. Colin Farrells Preis für seinen depressiven Auftragskiller in “Brügge sehen … und sterben” (bereits auf DVD erhältlich) zielt in dieselbe ironisch-hintergründige Ecke, verdankt sich aber natürlich dem komödiantischen Potenzial seiner Rolle in dieser kleinen bösen und politisch völlig unkorrekten Film-Perle.

Dass Kate Winslet den Hauptpreis für ihre Rolle im ultragesellschaftskritischen Liebesdrama “Zeiten des Aufruhrs” (Start: 15.01.) gewonnen hat, ist auch sehr genial, weil dieser Film allen Romantikkitsch-Süchtigen gehörig einen vor den Latz knallt und durch die Mitwirkung von Leonardo di Caprio so etwas wie DER Anti-”Titanic”-Film schlechthin ist. Es geht darin um ein Ehepaar in den sechziger Jahren, das sich die Hölle heiß macht und in einem repressiven Umfeld trotz rebellischer Gesinnung nicht den Ausbruch schafft. Es ist eine große Ode an den persönlichen Freiheitsgedanken von “American Beauty”- und “Jarhead”-Regisseur Sam Mendes (klar: ein Europäer!) mit einer der bissigsten und schwärzesten Schlussszenen, die ich jemals gesehen habe.

“Slumdog Millionär” (Start: 19.03.) von “Trainspotting”- und “28 Days Later”-Regisseur Danny Boyle kenne ich leider noch genauso wenig wie “The Wrestler” (Start: 26.02.) von “Requiem for a Dream”-Regisseur Darren Aronofsky, für den Mickey Rourke gewonnen hat. Aber ich bin mir sicher, dass das ebenfalls sehr gute Entscheidungen waren – vor allem auch im Hinblick auf die Inhalte: “Slumdog Millionär” handelt von einem indischen Slum-Bewohner, der in einer TV-Rateshow alle Antworten kennt und den Hauptpreis gewinnt – in “The Wrestler” geht es um einen abgewrackten Schaukämpfer, der sich zu einem letzten Match zwingt.

Am meisten freut mich aber der Auslandsfilm-Preis für “Waltz with Bashir” (derzeit noch im Kino), der damit den allzu geradlinig-braven “Baader Meinhof Komplex” ausgestochen hat. Der animierte Antikriegsfilm aus Israel (übrigens auch mit deutscher Beteiligung produziert) ist einer der innovativsten Filme der vergangenen Jahre, unter cineastischen Gesichtspunkten sowieso die erste Wahl und außerdem überraschend aktuell durch die Gaza-Invasion.

Vor diesen Entscheidungen kann man nur den Hut ziehen. Im Ausland – die Golden Globes sind die Preise der ausländischen Filmkritiker, die in den USA arbeiten – ist man halt wohl doch nach wie vor wohl etwas kritischer und unkommerzieller eingestellt als in Amerika. Man kann nur hoffen, dass die Preisvergaben Wegweiser für die bevorstehende Oscar-Verleihung sind!

Hier alle Gewinner der Verleihung der Golden Globes 2009:

Best Motion Picture – Drama

Slumdog Millionaire

Best Performance By An Actress In A Motion Picture – Drama

Kate Winslet – Revolutionary Road

Best Performance By An Actor In A Motion Picture – Drama

Mickey Rourke – The Wrestler

Best Motion Picture – Comedy Or Musical

Vicky Cristina Barcelona

Best Performance By An Actress In A Motion Picture – Comedy Or Musical

Sally Hawkins – Happy-Go-Lucky

Best Performance By An Actor In A Motion Picture – Comedy Or Musical

Colin Farrell – In Bruges

Best Animated Feature Film

Wall-E

Best Foreign Language Film

Waltz With Bashir (Israel)

Best Performance By An Actress In A Supporting Role In A Motion Picture

Kate Winslet – The Reader

Best Performance By An Actor In A Supporting Role In A Motion Picture

Heath Ledger – The Dark Knight

Best Director – Motion Picture

Danny Boyle – Slumdog Millionaire

Best Screenplay – Motion Picture

Simon Beaufoy – Slumdog Millionaire

Best Original Score – Motion Picture

A. R. Rahman – Slumdog Millionaire

Best Original Song – Motion Picture

“The Wrestler” — The Wrestler

Best Television Series – Drama

Mad Men (AMC)

Best Performance By An Actress In A Television Series – Drama

Anna Paquin – True Blood

Best Performance By An Actor In A Television Series – Drama

Gabriel Byrne – In Treatment

Best Television Series – Comedy Or Musical

30 Rock (NBC)

Best Performance By An Actress In A Television Series –Comedy Or Musical

Tina Fey – 30 Rock

Best Performance By An Actor In A Television Series – Comedy Or Musical

Alec Baldwin – 30 Rock

Best Mini-Series Or Motion Picture Made For Television

John Adams (HBO)

Best Performance By An Actress In A Mini-Series Or Motion Picture Made For Television

Laura Linney – John Adams

Best Performance By An Actor In A Mini-Series Or Motion Picture Made For Television

Paul Giamatti – John Adams

Best Performance By An Actress In A Supporting Role In A Series, Mini-Series Or Motion Picture Made For Television

Laura Dern – Recount

Best Performance By An Actor In A Supporting Role In A Series, Mini-Series Or Motion Picture Made For Television

Tom Wilkinson – John Adams

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2 Comments so far

  1.    moha on Januar 15th, 2009

    Lieber Herr Happel,
    vor lauter edublog-Server-Stress ist das Event komplett an mir vorbei gegangen, danke für’s erinnern!

    Ihre Arbeitsauftrag haben Sie hiermit erfolgreich erledigt!

    Herzliche Grüße
    moha

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